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Konjunkturbericht der Metropolregion Hamburg I/2019

Verhaltene Aussichten

Im Frühjahr 2019 ergibt die Unternehmensbefragung für die Metropolregion Hamburg eine ähnliche Einschätzung der konjunkturellen Lage wie in der Herbstumfrage 2018. Die wirtschaftliche Situation wird weiterhin als günstig mit abnehmender Tendenz beurteilt. Die Aussichten auf die zukünftigen Geschäftserwartungen bleiben auf dem Vorquartalsniveau, hingegen sind die Beurteilungen zu den Exportaussichten und zu der erwarteten Investitionsbereitschaft deutlich verhaltener. Optimistisch fällt die Prognose für die Personalplanungen aus.

 

Der Geschäftsklimaindikator für die Metropolregion Hamburg, ein Mittelwert der Beurteilungen der gegenwärtigen und künftigen Geschäftslage, liegt bei 113,3 Punkten und damit niedriger als im III. Quartal 2018 (114,3 Punkte) und Vorjahresquartal (119,1 Punkte). Mit 130,2 Punkten erzielt Mecklenburg-Vorpommern das beste Ergebnis, wenn auch niedriger als im Vorjahresquartal (136,1 Punkte), und setzt damit seinen guten Kurs der letzten vier Jahre fort.

Überdurchschnittlich fällt der Geschäftsklimaindex in der Baubranche aus (135,1 Punkte), hingegen ist das Klima im Verkehrsgewerbe unterdurchschnittlich (89,6 Punkte). Zum Ende des I. Quartals bezeichnet die Mehrheit der Befragten (53,4 %) ihre aktuelle Geschäftslage als „befriedigend“. Während 36,7 % ihre Lage für „gut“ halten, ist diese für 9,9 % der Unternehmer „schlecht“. Daraus ergibt sich ein noch vergleichsweise hoher Saldowert von +26,8 (Saldo: Vorquartal: +30,3; Vorjahresquartal: +32,5).

Die Geschäftserwartungen für die kommenden zwölf Monate fallen im Vergleich zur Befragung im Vorquartal etwas weniger günstig aus. 18,5 % der Umfrageteilnehmer gehen von „eher günstigeren“ Geschäftsentwicklungen aus; im Vorjahresquartal waren es noch 22,4 %. Einen „eher ungünstigeren“ zukünftigen Geschäftsverlauf erwarten 17,3 % (Vorjahresquartal: 15,3 %). Damit sind optimistische und pessimistische Nennungen in etwa gleich hoch (Saldo: +1,2; Vorquartal: +0,3; Vorjahresquartal: +7,1).

 

 

 

 

Die Konjunkturergebnisse für die einzelnen Branchen fallen im Allgemeinen optimistisch aus. Nach wie vor blickt die Baubranche (Saldo: +10,6) optimistisch auf die kommenden Monate, wenn auch niedriger als im Vorjahresquartal (Saldo: 24,5), merklich negativ hingegen sind die Geschäftserwartungen im Verkehrsgewerbe (Saldo: -14,2).

Stabil sind die Firmenaussagen zur eigenen Personalplanung: 22,0 % rechnen mit einer wachsenden Personaldecke, 10,8 % gehen von einer Senkung aus (Saldo: +11,2; Vorquartal: +8,9; Vorjahresquartal: +10,5). Insbesondere in der Dienstleistungsbranche (Saldo: +19,7), im Baugewerbe (Saldo: +18,2) und im Verarbeitenden Gewerbe (Saldo: +14,6) bleiben die zu erwartenden Steigerungen der Mitarbeiterzahlen auf hohem Niveau.

Die inländischen Investitionspläne bleiben auf einem hohen Niveau mit abnehmender Tendenz. Der aktuelle Saldo beträgt +12,7: Bei 30,0% der befragten Unternehmen sollen die Investitionsausgaben in den kommenden zwölf Monaten zunehmen, bei 17,3% sollen sie abnehmen und über die Hälfte möchten unverändert investieren (Saldo: Vorquartal: +19,4; Vorjahresquartal: +19,0).

Im I. Quartal 2019 haben sich die Exportaussichten der exportierenden Unternehmen im Vergleich zum letzten Quartal leicht verschlechtert (Saldo: +5,6; Vorquartal: +11,3; Vorjahresquartal: +15,9). Die Bewertungen von exportierenden Dienstleistern (Saldo: +14,8) fallen besser aus als bei Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes (Saldo: +1,9).

 

 

Handwerk im Fokus

Geschäftslage im Handwerk der Metropolregion Hamburg

Im Handwerk der Metropolregion Hamburg sind die Auftragsbücher weiterhin gut gefüllt, die Hochkonjunktur hält an. Die Geschäftslage hat sich im ersten Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erneut verbessert. Nach 54 Prozent im Vorjahr beurteilen inzwischen sogar 57 Prozent der befragten Handwerksunternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als gut. Weitere 39 Prozent sind aktuell zufrieden mit der Entwicklung (Vorjahr: 38 Prozent). Nur vier Prozent bewerten die Geschäftslage als schlecht, im Vorjahr waren es noch acht Prozent. Der von den Handwerkskammern errechnete Geschäftsklimaindex liegt bei 142 Punkten und hat sich damit gegenüber der Frühjahrsbefragung aus dem Vorjahr um zwei Punkte erhöht.Die Zukunftserwartungen im Handwerk zeigen nach oben: 34 Prozent der befragten Handwerksbetriebe erwarten für die kommenden Monate, dass sich ihre Geschäftslage verbessern wird. Lediglich drei Prozent rechnen mit einer Verschlechterung. 63 Prozent gehen von einer unveränderten Geschäftslage aus.

Weitere Konjunkturindikatoren im Überblick

Nahezu alle aktuellen Konjunkturindikatoren sind stabil oder weisen deutlich nach oben. Die befragten Handwerksbetriebe in der Metropolregion Hamburg meldeten im ersten Quartal 2019 nur leicht steigende Umsätze. Die Auftragsbestände nahmen zu, die Betriebe rechnen mit deutlich höheren Auftragsbeständen in den nächsten Monaten. Die Frühjahrsbelebung dürfte auch zu spürbaren Umsatzzuwächsen und zu einem Anstieg der Beschäftigung im Handwerk führen. Steigende Einkaufspreise, zunehmende Fachkräfteengpässe und eine hohe Nachfrage nach Handwerksleistungen werden weiterhin zu Preissteigerungen auf den Absatzmärkten führen.

 

 

Geschäftsklimaindex nach Handwerksgruppen

Der anhaltende Bauboom in der Metropolregion Hamburg spiegelt sich im guten Geschäftsklima der Bauhandwerke wider. Spitzenreiter beim Geschäftsklimaindex ist erneut das Ausbauhandwerk mit einem Wert von 147 Punkten. Es folgt das Bauhauptgewerbe mit einem Geschäftsklimaindex von 145 Punkten. Annähernd ähnlich ist das Geschäftsklima im Handwerk für den gewerblichen Bedarf (140 Punkte) und im Nahrungsmittelhandwerk (139 Punkte). Bei den Personenbezogenen Dienstleistungshandwerken werden 137 Punkte erreicht. Es folgen das Kfz-Handwerk mit einem Geschäftsklimaindex von 129 Punkten und die Gesundheitshandwerke mit 127 Punkten.

Handwerk in den Teilregionen der Metropolregion Hamburg

Im niedersächsischen Gebietsteil der Metropolregion Hamburg wird mit 145 Punkten der höchste Geschäftsklimaindex im Handwerk erreicht. Im mecklenburg-vorpommerschen Gebietsteil liegt der Geschäftsklimaindex bei 141 Punkten und im schleswig-holsteinischen Teil bei 138 Punkten. Für die Hansestadt Hamburg liegen für das erste Quartal 2019 keine Daten zur Handwerkskonjunktur vor.

 

 

 

Zur Befragung

Die Handelskammer Hamburg, IHK Flensburg, IHK zu Kiel, IHK zu Lübeck, IHK Lüneburg-Wolfsburg, IHK zu Schwerin sowie IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum führen regelmäßig zum Quartalsende Konjunkturbefragungen bei ihren Mitgliedsunternehmen durch (bei der IHK zu Schwerin nicht im zweiten Quartal eines Jahres). Konjunkturauswertungen einzelner Industrie- und Handelskammern sind unter anderem erhältlich unter: www.dihk.de/konjunktur

Methodische Hinweise

Methodische Hinweise zu den Konjunkturbefragungen der Handwerkskammern sind online abrufbar unter: www.metropolregion.hamburg.de/konjunkturbarometer

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